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Staupe-Virus breitet sich aus

Staupe-Virus breitet sich aus

In den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Fälle von Staupe-Virus bekannt, im Wendland verhaltensauffällige Waschbären beobachtet, die vermutlich auch am Staupe-Virus erkrankt sind. Ein vermehrtes Auftreten des Virus bestätigt auch Lüneburgs Kreissprecherin Katrin Holzmann: In den ersten vier Monaten des Jahres wurde bereits bei neun toten Tieren das Virus nachgewiesen.“ Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es keinen einzigen Fall, 2022 waren insgesamt sieben Tiere positiv. Im Lüneburger Kreishaus geht man davon aus, dass das Virus bereits flächendeckend in der Gemeinde Amt Neuhaus sowie in den Samtgemeinden Dahlenburg und Ostheide unterwegs ist.

Hunde gefährdet

„Hunde sollten grundsätzlich einen belastbaren Impfschutz gegen Staupe haben und so gehalten und ausgeführt werden, dass der direkte Kontakt mit kranken Wildtieren ausgeschlossen ist“, erklärt eine Veterinär-Medizinerin. Denn neben Dachs, Baum- und Steinmarder, Fuchs, Iltis, Wiesel, Waschbär und Wolf können vor allem Hunde an der Staupe erkranken. Das Virus sei hochansteckend, mahnt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Die Sterbewahrscheinlichkeit betroffener Hunde nach Infektion werde weltweit nur von der Tollwut übertroffen.

Gerade Fuchs, Marder und der Waschbär werden als sogenannte Erregerreservoire des Staupevirus angesehen. Bedingt durch das reichhaltige Nahrungsangebot, fehlenden Jagddruck und der schnellen Lern- und Anpassungsfähigkeit trifft man sie immer häufiger in der Nähe menschlicher Siedlungen an. So können sich nicht impfgeschützte Hunde nicht nur durch andere Hunde, sondern auch durch Wildtiere in ihrer näheren Umgebung oder auch beim Waldspaziergang infizieren.

Erste Anzeichen der Staupe beim Hund

Ein Schnelltest beim Tierarzt kann innerhalb kürzester Zeit zur Staupe-Diagnose führen.

  • Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, hohes Fieber, Nasen- und Augenausfluss
  • Darmform: Erbrechen und wässriger, später blutiger Durchfall
  • Lungenform: Niesen, erst trockener, dann feuchter Husten mit blutigem Auswurf, „Giemen“, Atemnot
Keine Gefahr für Menschen

Ausgelöst wird die Hundestaupe durch das Canine Staupevirus, das eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt ist. Für Menschen ist das Hundesstaupevirus allerdings ungefährlich.

Das Staupe-Virus wird wie auch das Masern- und Seehundstaupevirus durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere übertragen. „Empfängliche Tiere können sich somit direkt über diese Ausscheidungen durch gegenseitiges Belecken oder Tröpfcheninfektion anstecken oder nehmen den Krankheitserreger mit verunreinigtem Futter, Wasser oder aus der Umgebung auf.