Naturschutz

Wildtierstation feiert Sommerfest

Das Sommerfest in der Wildtierstation Sachsenhagen findet am 28. August 2022 ab 11.00 Uhr statt.

WildtierstationAuf dem weitläufigen Gelände gibt es viele Aktionen für Groß und Klein, und immer steht die Natur und die in ihr lebenden Tiere im Mittelpunkt.

Die Jägerschaft Schaumburg ist wieder mit ihrem Infomobil dabei. Für Rede und Antwort werden die Mitglieder der Hegeringe ‚Schaumburger Wald‘ und ‚Seeprovinz‘ vor Ort sein.

Neben unserem Infomobil, wollen wir das Niederwild und dessen Hege in den Mittelpunkt unserer Aktion stellen.

Dazu haben wir Herrn Frank Roeles als Leiter der Feldhuhnstation der LJN inWildtierstation Merzen im Landkreis Osnabrück gewinnen können. Er betreut das Projekt LVFN „Lebenraumverbund Feldflur Niedersachsen“, das sich aktuell mit der Hege unserer Rebhuhnvorkommen in Niedersachsen beschäftigt.

Herr Roeles wird die Niederwildhege am Beispiel des Rebhuhnes umfassend begreifbar und nachvollziehbar darstellen. Unser Ziel ist es dabei, den Gästen und Besuchern das Niederwild in seiner natürlichen Umgebung vorzustellen und nicht nur anhand von Schautafeln darüber zu referieren.

Von der Wildtierstation wurde uns dazu dankenswerter Weise ein Stück Land zu Verfügung gestellt, damit wir dort unsere Blühmischung als ein Niederwildbiotop vorstellen können.

WildtierstationDavor musste noch eine Überfahrt gebaut werden, diese wurde von zwei Jägern aus Sachsenhagen mit Unterstützung ihrer landwirtschaftlichen Maschinen erstellt. Die Bodenbearbeitung wurde ebenfalls von einem Landwirt und Jäger aus Hülshagen mit eigenen Maschinen vorgenommen.

Die Aussaat ging flott von der Hand und ab nun gilt das Prinzip Hoffnung auf eine gute Entwicklung des Bestandes.

 

Ein herzlicher Dank an Andreas Senne und Tim Winkelhake für ihren unermüdlichen Einsatz.

Waidmannsheil,
Thorsten Schwöbel


Myocastor coypus (die Nutria)
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich einen Überblick zu verschaffen

Das vermeindliche Hauptverbreitungsgebiet des Nutrias im Nordwesten von Niedersachsen und auch in Holland ist Vergangenheit. Vor ungefähr 3 Jahren wurden auch bei uns im Landkreis die ersten Nutrias bestätigt und haben sich seither nahezu flächendeckend verbreitet. Ausgehend von den größeren Gewässern, wie der Rodenberger-, Sachsenhäger- und Bückeburger- Aue mit ihren Zuläufen, findet man sie nun auch entlang von kleineren Fließ- und Stillgewässern. Gelegentlich werden auch Baue ohne direkten Bezug zum Wasser in Wällen und Dämmen versteckt angelegt. Selbst in Wölpinghausen wurden vor kurzem mehrere Nutrias mit knapp 10 kg Gewicht gefangen.

Die Nutria ist ein reiner Vegetarier und kann nennenswerte Schäden an allen landwirtschaftlichen Kulturen und auch Röhrichten anrichten. Dies ist ärgerlich, aber nicht der Hauptgrund für die Notwendigkeit einer intensiven Bejagung mit Büchse und Falle.

Die Nutria unterliegt dem Jagdrecht und darf nicht mit der ebenfalls flächendeckend vorkommenden Bisamratte verwechselt werden. Erste kann über 10 kg schwer werden und eine Länge von 70 cm erreichen. Sie wühlt entsprechend große Röhren mit einem Durchmesser von 40-60 cm und legt weitläufige Baue im Uferbereich und der Böschung an. Damit stellt sie auf der einen Seite eine unmittelbare Gefahr z.B. für Weidetiere dar, sofern es diese noch gibt. Auf der anderen Seite führen die großen Röhren und Baue zu Geländeababrüchen und Auskolkungen. Diese sind dann auch bei uns eine echte Gefahr für den Hochwasserschutz.

Wehret den Anfängen, die Nutrias haben eine überaus große Reproduktionsrate ohne echte Feinde. Sie ist asaisonal, das heißt, sie können das ganze Jahr über trächtig werden und Junge setzen. Sofort nach dem setzen können sie wieder aufnehmen und nach einer Tragzeit von 110-130 Tagen 6-8 Junge setzen, die wiederum schon mit 5 Monaten selbst reproduzieren. Die Dynamik ihrer Verbreitung hängt unmittelbar mit der enormen Vermehrungsrate zusammen.

  • Im Landesjagdbericht der Landesjägerschaft Niedersachsen von 2013/14 wurden 4500 erlegte
  • Nutrias gemeldet, im aktuellen Landesjagdbericht 2019/20 waren es 41300 Tiere.

In gerade mal 7 Jahren hat sich die Strecke verzehnfacht und das sind nur die erlegten Tiere.

Bei der Betrachtung dieser Entwicklung lässt sich unschwer das große Interesse der Unterhaltungsverbände (UHV) an einer intensiven Bejagung erkennen. Sind sie es doch, die die Schäden an den Ufern beseitigen und instantsetzen müssen. Dafür loben sie auch alljährlich eine Prämie für jede erlegte Nutria, die sog „Schwanzprämie“, aus.

Auch das Land Niedersachsen unterstützt mit Hilfe der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) die Bejagung der Nutria. Bei ihr wurden extra für die Bejagung der Nutrias, Berufsjäger angestellt, die den betroffenen und interessierten Revierinhabern sowie Jägern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie beraten die Jäger vor Ort und stellen gegebenfalls eigens für die Nutriabejagung angeschaffte Fallen nebst Zubehör zu Verfügung.

Für unseren Landkreis ist der von der LWK benannte Nutriajäger

Herr Matthias Beiber – Nutriajäger; Landwirtschaftskammer Niedersachsen

04254 802 39 09

0152 547 854 34

E-Mail

Bei Bedarf besucht er Sie gerne in ihrem Revier, berät und unterweist Sie im Umgang mit der Falle. Bevor Sie mit Herrn Beiber Kontakt aufnehmen und mit ihm stundenlang durchs Revier auf der Suche nach Nutria Spuren streifen, werden Sie selbst aktiv.

Jetzt ist die Vegetation kurz, Pässe, Röhren, Ein-und Ausstiege sowohl am Wasser, als auch an Land lassen sich zur Zeit leichter erkennen. Die Ein- und Ausgänge der Nutriabaue liegen immer über dem Wasserspiegel und sind daher sehr leicht zu finden.

Werden Sie fündig, dann ist Eile geboten und die Fallen müssen umgehend aufgestellt werden.

Waidmanssheil

Thorsten Schwöbel
Obmann für Naturschutz